Plzeňské sympozia

Jan Novotný

Zu den Anfängen der neuzeitlichen bürgerlichen Salons in Prag

139–146 (tschechisch), Resumé S. 146 (deutsch)
Der neuzeitliche bürgerliche Salon hat auch in Prag an den adeligen Salon angeknüpft. In die Salons des patriotisch orientierten Adels hatten bereits gegen das Ende des 18. Jahrhunderts Zutritt böhmische Gelehrte von bürgerlicher Herkunft, um hier wissenschaftliche und patriotische Interessen vertreten zu können. Vereinzelte bürgerliche Salons waren um die Wende des 18. Jahrhunderts vornehmlich mit dilettantischen Musikdarbietungen verknüpft. Die Prager bürgerliche Gesellschaft war in der Vormärzzeit nicht soweit entwickelt, um den Salon als eine der Formen des von dem tschechischen nationalen Bewußtsein immer mehr ergriffenen gesellschaftlichen Lebens ausnutzen zu können. Der ursprünglich deutsch geführte Salon des Prager Rechtsanwalts J. Mechura wurde nach der Vermählung seiner Tochter Theresie mit dem Landeshistoriographen F. Palacky nach und nach zum Ort des gesellschaftlichen Kontakts der tschechischen intellektuellen Eliten. Die Persönlichkeiten der tschechischen kulturpolitischen Schichten trafen sich regelmäßig in den Familien des Arztes V. Stanek und des Advokaten J. Frič zusammen. In bescheidenerem Ausmaß standen den Salons die in der Vormärzzeit im Milieu der Prager mittelständischen bürgerlichen Schichten gepflegten Hausunterhaltungen nahe. Und so stellte sich der Aufschwung des bürgerlichen Salons in Prag erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ein.
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