Plzeňské sympozia

Jindřich Vybíral

Franz Schmoranz und die Erfindung des Orientalismus

435–441 (tschechisch), Resumé S. 442 (deutsch)
Der Beitrag beschäftigt sich mit dem Werk von Franz Schmoranz jun. (1845–1892), einem der wichtigsten Vertreter des Orientalismus in der mitteleuropäischen Architektur des 19. Jahrhunderts. Schmoranz verbrachte mehrere Jahre in Ägypten, bevor er zum ersten Direktor der Prager Schule für Kunsthandwerk (Uměleckoprůmyslová škola v Praze) wurde. Bekannt wurde er vor allem mit der „ägyptischen Baugruppe“ auf der Wiener Weltausstellung von 1873. An seinem Beispiel untersucht der Beitrag, welche Stellung der Orientalismus innerhalb der vielfältigen Ideen und Tendenzen des 19. Jahrhunderts einnahm. Der Autor zeigt, dass nicht unbedingt die Sehnsucht nach dem verlorenen Paradies der vorindustriellen Gesellschaft der Anlass für das Studium und die Weiterentwicklung exotischer Formen war. Eher illustriert dieses Phänomen die Bewegung der Europäer zur Moderne – einerseits das Interesse für die Wirkung auf die subjektive Vorstellungskraft, andererseits in ihrer Ausrichtung auf analytische, rationale Modelle. Das Islam-Bild in der europäischen Kultur brachte auch wichtige Impulse für die Herausbildung der kulturellen Identität der sich neu formierenden muslimischen Völker. Ehrgeizige Herrscher versuchten ebenso wie osmanische Intellektuelle, das historische Erbe nach westlichem Muster mit ihren Modernisierungsplänen zu verknüpfen, um so ihre Länder in die zivilisierte Welt integrieren zu können.
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