Plzeňské sympozia

Pavel Marek

Die Religion in der Zeit der politischen Differenzierung der tschechischen Gesellschaft in der zweiten Häute des 19. Jahrhunderts

192–202 (tschechisch), Resumé S. 202 (deutsch)
Die Gesellschaftsentwicklung in Böhmischen Ländern in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wird durch fortschreitende Umwandlung der ständischen Gesellschaft in eine moderne bürgerliche Gesellschaft gekennzeichnet, die Sä¬kularisationstendenzen aufweist und Religion an den Rand verdrängt. Der Grund dieser negativen Haltung der tschechischen bürgerlichen Gesellschaft gegenüber die Religion ist nicht leicht zu erklären. Es scheint mit dem sog. Kle¬rikalismus zusammenzuhängen, mit dem kirchlichen Engagement im politi¬schen und öffentlichen Geschehen. Als Ausdruck der Modernisierung der böh¬mischen Gesellschaft ist auch der Prozess ihrer politischen Differenzierung und Gründung der politischen Parteien zu interpretieren. Der Trend zum Entstehen eines relativ geschlossenen politischen Lagers und somit einer „politischen Säu¬lenstruktur" cier Gesellschaft ist auch in katholischem Milieu nachweisbar. Der politische Katholizismus macht um die Jahrhundertwende eine komplizierte Or¬ganisationsentwicklung durch, unterschiedlich in Böhmen und Mähren. In bei¬den Ländern finden wir zwei Grundströmungen: eine katholisch-nationale und eine christlich-soziale. Während es aber in Mähren Bedingungen für ihre Zu¬sammenarbeit zu gestalten gelang, kommt es in Böhmen zu standiger Spaltung und Überspannung der Kräfte, so dass es in bestimmten Etappen mehrere po¬litische Parteien gibt, die einander rivalisieren und schwächen so den politi¬schen Katholizismus als Ganzes. Die Suche nach einer optimalen Organisati¬onsstruktur beeinflussen persönliche Animositäten sowie der Streit um Verhält¬nis zu den katholisch modernistischen und demokratischen Ideen.
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