Plzeňské sympozia

Jana Kubíčková

„Schauen wir uns täglich öfter das Bild des Göttlichen Herzens des Herrn an," Die Brünner Diözese und der Kultus des Allerheüigsten Herzens

107–122 (tschechisch), Resumé S. 121–122 (deutsch)
Die Autorin befasst sich mit einem der bedeutenden Phänomene, das im ka¬tholischen Milieu in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts erschien und des- sen Einfluss mindestens ins erste Drittel des 20. Jahrhunderts überdauerte - mit dem Kultus des Allerheiligsten Herzens. Der Beitrag ist eine Stichprobe ins Milieu einer - Briinner - Diözese, die eine ausführlichere Untersuchung erlaubt. In der Beschreibung der Frömmigkeit geht sie vor allem aus der Zeitschrift Ska¬la Bozskcho Srclce Pdne hervor, die zum bedeutendsten Verbreiter des Kultus des Allerheiligsten Herzens in den Böhmischen Ländern wurde. Sie hat ihre Leser nicht nur „gelehrt" und informiert, sondern auch beeinflusst, und war imstande ihre ganze Zeit zu organisieren. Sie erfüllte somit das Modell der damaligen „Säulenstruktur" der Gesellschaft, in der jede „Säule" alle Bereiche des Lebens ihrer Angehörigen zu organisieren und zu beeinflussen versuchte. Die Zeit¬schrift bringt gleichzeitig Material für die Untersuchung der Mentalität der Zeit, wie z. B. das mit dem Kultus des Allerheiligsten Herzens verknüpfte Gelöbnis und die Danksagung, in denen man u. a. auch die Betonung der Hilfe in den zwischenmenschlichen Beziehungen und bei der Erneuerung der Familie ent¬decken kann - all das entsprach dem Interesse der Zeit an der Privatsphäre. Wenigstens am Rande wird auch die Abbildung des Allerheiligsten Herzens verfolgt, der die Verehrung des Göttlichen Herzens viel Gewicht beimass. Aus-ser der Zeitschrift können wir für weitere Zentren der Verehrung des Allerhei¬ligsten Herzens die Orte halten, wo die ersten Pfarrkirchen mit dieser Schutz¬herrschaft in der Diözese gebaut wurden. Die erste Ortschaft war RozseC, wo die Kirche des Allerheiligsten Herzens in den Jahren 1907-1908 auf Kosten des Klosters in Nova Rfse (Neureisch) erbaut wurde, die zweite Kirche wurde in Husovice in den Jahren 1906-1910 durch Kirchenverein (Kosteini jednota) er¬richtet. Vom Weihtitel wurde bereits im Jahre der Gründung des Kirchenver¬eins (1896) beschlossen. Hinter jeder dieser Äusserungen der Verehrung des Göttlichen Herzens stellt die Person des Priesters, der sich der Verbreitung des Kultus angenommen und somit seine Wirkungsstätte in ein Zentrum dieser Ver¬ehrung verwandelt hat. Im Klostermilieu war es Placid Mathon mit seiner Zeit¬schrift und Josef Pavel Karäsek, welcher die Bruderschaft gegründet und auf Kosten des Klosters die erste Pfarrkirche dieses Patroziniums in der Diözese hat aufhauen lassen. In dem Milieu der vorstädtischen Pfarrbezirke war es Franti-äek Venhuda, der sich mit der Verehrung des Allerheiligsten Herzens im Aus¬land inspirieren Hess und der zum Bauherrn der zweiten Pfarrkirche derselben Weihe in der Diözese wurde. Im Zentrum der Diözese war es der Briinner Bi¬schof Graf Huyn, der zur Verbreitung des Kultus des Allerheiligsten Her/ens die alljährliche Festmesse in der Kathedrale verwendete und mit dem Gedanke der Gründung einer neuen Kongregation und Bruderschaft kam.
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