Plzeňské sympozia

Milena Lenderová

Die Reflexion des Alters: Die „alte Frau“ in Quellen privater Art

259–270 (tschechisch), Resumé S. 270 (deutsch)
Im19. Jahrhundert hatte das Alter evident andere Dimensionen als heute, dieGender-Spezifikation war markanter. Die alten Frauen waren von der Einsamkeitund existenziellen Problemen viel mehr bedroht als die alten Männer. DasAlter der Frauen hatte einen deutlichen physiologischen Beginn, vor allem deswegen, weil noch bis ins tiefe 19. Jahrhundert das soziale Konstrukt derWeiblichkeit aus dem biologischen Geschlecht abgeleitet wurde: „die Weiblichkeit“ endete mit dem Ende der reproduktiven Fähigkeit der Frau. Die „alte Frau“ war ein Wesen, das seine gesellschaftliche Bestimmung verloren hat. In der populären, der Hygiene der Ehe gewidmeten medizinischen Literatur am Ende des 19. Jahrhunderts findet man ein nur wenig schmeichelhaftes Bild der alten Frau. Auf die Frage, wie die Frauen ihr Alter selbst wahrgenommen haben, findet man die Antwort in den Quellen privater Art, in ihren Tagebüchern und ihrer Korrespondenz. Aus diesen geht hervor, dass sich die Frauen unter diesem Gesichtspunkt vor allem mit ihrer sozialen und ökonomischen Situation, dann mit ihrem gesundheitlichen Zustand und ihrem Aussehenauseinandergesetzt haben. Es überrascht aber auch nicht, dass viele von ihnen ihr Alter trotzdem aktiv erlebt haben; ihre Erinnerungen privater Art bilden keinesfalls den Hauptteil ihrer Aufzeichnungen.
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