Plzeňské sympozia

Jan Randák – Denisa Nečasová

Die Genderaspekte im Konstrukt des realen und des symbolischen Körpers

139–148 (tschechisch), Resumé S. 148 (deutsch)
Die Genderaspekte im Konstrukt des realen und des symbolischen Körpers In den nationalisierten Vorstellungen der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts hat der Körper eine sinnfälllige Rolle gespielt: er wurde als metaphorischer Ausdruck einer nationalen Gesellschaft wahrgenommen. Im Zusammenhang mit den kollektiven Aktivitäten der Turnvereine, einschließlich des tschechischen Sokol, sollten Leistungsfähigkeit, Effektivität oder Schnelligkeit eines Individuums die Kraft und Fähigkeiten der ganzen Nation widerspiegeln. Unter der Ausbildung und Stärkung eines Körpers wurde im übertragenen Wortsinn die Ausbildung, die Stärkung und die Disziplinierung des ganzen nationalen Kollektivs – eines nationalen Körpers – verstanden, sodass die Turnübungen und der Sport keine neutrale Tätigkeit darstellten. Es handelt sich vielmehr um ein wesentliches, die gesellschaftlichen Strukturen und Werke widerspiegelndes soziokulturelles Phänomen. In dieser Hinsicht erscheinen die Ideen und die Praxis des Sokol als ein verengtes Gebiet, ein Abbild des Charakters der tschechischen Gesellschaft. Die Genderoptik zeigt demgegenüber eine evidente Hierarchie auf, mit einer prefärierten maskulinen Persönlichkeit an ihrer Spitze und einer als Opposition verstandenen, „ewig kranken“ Feminität an ihrem unteren Ende, die sich in der Geborgenheit des Daheims um den Nachwuchs zu kümmern habe. So sind auch die turnerischen Aktivitäten im Sokol zu einem der auffälligen Instrumente für die Definierung und Erfüllung der männlichen Genderrolle in den Diensten des nationalen Körpers geworden.
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