Plzeňské sympozia

Václav Fronk

Der Körper und die Emotionen in den tschechischen humoristischen und satirischen Zeitschriften an der Wende des 19. zum 20. Jahrhundert

119–128 (tschechisch), Resumé S. 128 (deutsch)
Der Beitrag behandelt verschiedene Möglichkeiten für Verwendung der Motive des Körpers in der humoristisch-satirischen Presse, vor allem auf den Seiten des führenden tschechischen Periodikums dieses Genres, Humoristické listy [Humoristische Blätter]. Das Lachen wird in der europäischen Kultur als Ausdruck der Körperlichkeit verstanden; der Körper jedoch wurde in der Karikatur des 19. Jahrhunderts überwiegend als etwas Widerwärtiges dargestellt. Vom Standpunkt des Konstrukts des „Wir“ als Opposition zum „Sie“ wird die Körperlichkeit bei den „Anderen“ absichtlich überbetont und wirkt deshalb tölpelhaft und plump, und zwar im Unterschied zu jenem Stereotyp, das sich durch die Tendenz auszeichnet, zu höheren, geistigen Werten zu gelangen. Die Körperlichkeit erhält diese negativen Züge regelmäßig im Falle einer nationalen Konfrontierung sowie auch in den sozial-demokratischen Produktionen. Die politische Satire nimmt an der Wende des Jahrhunderts unter dem Einfluss der in München erscheinenden Zeitschrift Simplicissimus an Schärfe zu. Die Wandlung zu einer positiveren Wahrnehmung der Körperlichkeit findet zu Beginn des 20. Jahrhunderts ihren Niederschlag in der wachsenden Vorliebe für erotische Motive. Die humoristische Presse in Wien, z. B. Die Muskete, hat in den letzten Jahrgängen der Vorkriegszeit sogar besondere „Strandnummer“ eingeführt. Auch Phänomene der modernen Zeit wie Technik und Sport werden vom Autor im Zusammenhang mit der Reflexion des Körpers behandelt.
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