Plzeňské sympozia

Eva Uchalová

Die Blüte der Kunst des Frauenmieders

108–118 (tschechisch), Resumé S. 118 (deutsch)
Der menschliche Körper wird in der Öffentlichkeit für gewöhnlich nur in bekleidetem Zustand gezeigt. Die Bekleidung ist in der Geschichtsbetrachtung zu einem wichtigen Bestandteil der menschlichen Kultur geworden, sie ordnet den Körper einer gewissen Zeit zu und schafft aus einem abstrakten einen konkreten Körper, der den gesellschaftlichen Zusammenhängen zugeordnet werden kann. Mit der Beziehung zwischen verschiedenen Körpern beschäftigte sich der Semiotiker Roland Barthes in seiner Arbeit Système de la mode. Er betrachtete die Möglichkeiten in der Beziehung zwischen einem institutionellen und einem konkreten Körper; eine davon stellt für ihn die Transformierung eines realen Körpers in eine ideale Form mit Hilfe künstlicher Eingriffe dar. Ein Kleid à la mode hat die Fähigkeit, jeden Körper in die postulierte Struktur eines aktuellen modischen Trends zu verwandeln. Diese Transformierung bildet die Grundlage für die kontinuierlichen Änderungen der Mode in ihrer Geschichte. Der Aufsatz behandelt die Entwicklung der Modesilhouette während des 19. Jahrhunderts, in dem deren damals verbindliche Form mit Hilfe der Unterwäsche und verschiedener Kleidungsstücke wie Mieder (Korsetts), Krinolinen und Schneiderpolster erzielt werden sollte. Darüber hinaus geht er aber auch auf die Entstehung der alternativen, zweckmäßigen Kleidungstypen (Kostüm, Sportkleider) und die Kleidungsreform am Ende des 19. Jahrhunderts ein, die im Interesse der gesunden körperlichen Entwicklung der Frauen und der Gesundheit im Allgemeinen die aktuelle Modesilhouette zwar ablehnte, andererseits aber durch die Einführung der „Künstlerkleider“ auf das gesellschaftliche Prestige (und die Mode überhaupt), nicht verzichtet hat.
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