Plzeňské sympozia

Petra Jánošíková

Der Körper als Objekt der Rechtsverhältnisse im 19. Jahrhundert

83–93 (tschechisch), Resumé S. 92–93 (deutsch)
Der Aufsatz befasst sich vom dem Standpunkt des Rechtes mit dem Problem des Körpers im 19. Jahrhundert. Die Autorin geht von den damaligen rechtlichen Vorschriften aus, nach denen der Körper als vom menschlichen Individuum untrennbar galt. Im 19. Jahrhundert wurden unter dem Einfluss der Theorie des Naturrechtes dem Menschen die „von Natur aus gegebenen, durch die Vernunft erkennbaren Rechte“ zugesprochen. Während des Lebens eines Menschen hat sein Körper keine Sache im rechtlichen Wortsinn dargestellt, sodass er kein Objekt des Rechtes werden konnte. Er hat häufig – beim vollen Bewusstsein und mit der Zustimmung des Individuums – als Instrument des Lebensunterhaltes gedient. Das galt auch für die Prostitution, die zwar allgemein verboten war, von der Polizei damals jedoch geduldet wurde. Die Prostitution als solche wurde als Komplex gesetzlich nicht behandelt, die Strafgesetze des 19. Jahrhunderts haben sie nur am Rande erwähnt. Vom Standpunkt des Rechtes aus handelte es sich bei der Prostitution um die Abschließung eines innominaten (nicht benannten) Vertrags, ähnlich wie im Falle eines Arbeitsvertrags, in dem das Individuum mittels seiner selbst (seines Körpers) einem anderen Individuum seine Dienste nach dessen Anweisungen gegen Entgelt geleistet hat. Bei der Prostitution handelte es sich also um ein Unternehmen: Die diesbezüglichen Dienste konnte eine Frau genauso wie ein Mann gewähren; ähnliche rechtliche Bedingungen galten auch für den Kunden bzw. die Kundin. Am häufigsten erschien jedoch das Modell eine Frau, die Prostituierte (Hure), und ein zahlungsfähiger Mann.
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