Plzeňské sympozia

Jan Štemberk

Ausflugszüge – eine Symbiose von Eisenbahn und Freizeit

S. 304–3314 (tschechisch), Resümee S. 315–316 (deutsch)

Das Aufkommen des Schienenverkehrs hat eine grundlegende Veränderung im Reisen bedeutet. Die Eisenbahn war in ihrer Zeit ein bequemes, schnelles und finanziell erschwingliches Verkehrsmittel. Dem hat das Interesse der Reisenden entsprochen, das die ursprünglichen Erwartungen übertroffen hat. Die Organisierung von Ausflugszügen, d. h. Zügen, die Passagiere zu ihren Freizeitaktivitäten transportierten, ist erstmals um die Wende der 1830er und 1840er Jahre in England erschienen, in den 1860er Jahren hat sie sich in den böhmischen Ländern durchgesetzt. Ausflugszüge gab es in vielen Varianten und boten der städtischen Bevölkerung die Möglichkeit, in die Natur und aufs Land zu fahren, und gestattete es andererseits den Landleuten, die Stadt und ihr soziales und kulturelles Leben kennenzulernen. Der Fahrplan der Ausflugszüge war so zusammengestellt, dass der Tourist/Besucher genug Zeit am Zielort verbringen konnte. Die Abfahrten erfolgten normalerweise am Morgen und die Rückkunft am späten Abend. Der Vorteil war ein niedrigerer Tarif, normalerweise die Hälfte des Standardtarifs. Aus Sicht der Eisenbahn wurde die Ermäßigung durch die starke Auslastung der Züge und deren Nutzung an freien Tagen mit geringerer Verkehrsintensität kompensiert. Im tschechischen Umfeld haben besondere Bedeutung die Theaterzüge erlangt, die mit den Reisen der Landbevölkerung zum neu eröffneten Nationaltheater verbunden waren. Ausflugszüge haben einen wesentlichen Beitrag zur Erhöhung der Mobilität der Bevölkerung geleistet.

Schlüsselwörter:  Eisenbahnverkehr – Ausflugszüge – Bahntarife – Theaterzüge – Mobilität 

 

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