Plzeňské sympozia

Marcela Šášinková

"Nach Roztoky! Zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit dem Zug..." Luftbäder für die Prager

S. 276–288 (tschechisch), Resümee S. 289 (deutsch)

Das Städtchen Roztoky/Rostok am linken Ufer der Moldau ist eines der typischen Sommerfrischen, die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in der Umgebung der großen Städte ganz Europas entstanden sind. Bis in die 1950er Jahre befand sich das Zentrum der Gemeinde in der Nähe des Schlosses, einer ursprünglichen Wasserburg. Die Einführung der Eisenbahn bedeutete eine große Veränderung. Dank seiner leichten Erreichbarkeit wurde das Stille Tal/Tiché údolí, in dem sich bis Mitte des 19. Jahrhunderts nur kleine Weinberghäuser befanden, zu einer Gelegenheit für den Bau von Sommerhäusern. Der Bau von Sommervillen in Rostok konzentrierte sich längs der Straße nach Prag in Richtung Sedlec/Sedletz, im Stillen Tal, aber auch entlang der Eisenbahnlinie in Richtung Kralupy/Kralup. Die Erbauer der Villen waren mit wenigen Ausnahmen bekannte Architekten, ihre Besitzer waren um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert meistens wohlhabende Prager Industrielle und Kaufleute, deren Familien dort die Sommersaison verbrachten. Diese Familienvillen wurden von Generation zu Generation vererbt. In den größeren wurden um die Wende des 19. zum 20. Jahrhundert Dachbodenräume umgebaut und an Sommergäste vermietet. Oft waren dies nur kleine Zimmer ohne Küche und andere Einrichtungen. Es wurden auch Villen gebaut, die nur zur Vermietung bestimmt waren. Diese Sommerfrische erlebte ihre größte Blüte in den 1880er und 1890er Jahren. Für die Bewohner und Tagesausflügler gab es mehrere Gartenrestaurants und auch ein Flussbad. 

Schlüsselwörter:  Roztoky/Rostok – Tiché údolí/Stilles Tal – Sommerhäuser – Vorstadtvilla – Ausflüge 

 

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