Plzeňské sympozia

Miroslav Paulíček

Paradoxe der Freizeit: Ewiger Rummel, Müßiggang und Zivilisation

s. 9–13 (tschechisch), Resümee S. 14–15 (deutsch)

gekennzeichnet. Freizeit heißt zunächst eine Zeit, über die der Mensch frei verfügen kann, wobei allerdings einige Aktivitäten in Gesellschaft vor anderen bevorzugt werden. Überlegungen über Freizeit basieren üblicherweise auf den Werten, die man mit der Arbeit verbindet, und welche moralische Dimension der Faulheit und dem Müßiggang zugeschrieben werden kann. Falls wir den Menschen manchmal für unfähig halten, seine Freizeit mit einer produktiven Tätigkeit auszufüllen (Masaryk), wird damit die Freizeit auf die restliche Zeit nach der Arbeit reduziert, die mit Hilfe der Ideen von Außen und des sozialen Drucks gefüllt werden muss (Tyrš); sollte die Freizeit eine Zeit nach freier Wahl werden, muss man vor allem die Faulheit und den Müßiggang legitimieren, wie es hauptsächlich von Künstlern getan wurde (Balzac, Stevenson, Lafargue). Gleichzeitig kann Müßiggang als produktive Aktivität definiert werden, die dazu dient, anderen Menschen zu zeigen, dass er nicht arbeiten muss. Thorstein Veblen ist bei diesen Überlegungen bis zu dem Schluss gekommen, dass grundsätzlich jede nicht arbeitsbedingte Tätigkeit als Müßiggang angesehen werden muss, was zu einem Paradox der Freizeit führt: Wenn wir in der Freizeit nicht arbeiten, sind wir untätig, und wenn wir arbeiten, dann handelt es sich nicht um Freizeit. Im Rahmen des Zivilisationsprozesses (Elias) ist es tatsächlich möglich, die Entwicklung der Freizeit als eine Art des produktiven Müßiggangs zu sehen; dem entspricht auch die Entwicklung der Soziologie der Freizeit bis zur Soziologie von Unterhaltung und Langeweile.

Schlüsselswörter: Freizeit – Müßiggang – produktiver Müßiggang – Thorstein Veblen – Paul Lafargue

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