Plzeňské sympozia

Jaromír Loužil

Bernard Bolzano als Lehrer und Erzieher

21-31 (tschechisch), Resumé S. 31 (deutsch)
Der deutschböhmische Gelehrte Bernard Bolzano (1781–1848), Mathematiker, Logiker, Philosoph und Theologe, war in den Jahren von 1804 bis 1819 an der Karl-Ferdinands- Universität in Prag als Professor für Religionswissenschaft und als Universitätskatechet tätig. Zu seinen Aufgaben zählte die Auslegung der katholischen Kirchendoktrinen wie auch das Predigen vor den Universitätstudenten. Die „Religionswissenschaft“ ließ ihm für die Äußerung eigener reformkatholischer und gesellschaftskritischer Ansichten kaum Spielraum. Deswegen zog er das Predigen vor: In jenen fünfzehn Jahren hat er insgesamt 577 „Erbauungsreden“ gehalten. Neben den obligatorischen religiösen Themen bafasste er sich in seinen Predigten mit moralischen, sozialen und politischen Problemen, die in studentischen Kreisen besonders aktuell waren. Wegen seiner unorthodoxen und nonkonformen Einstellungen wurde er 1819 vom Lehrstuhl für Religionswissenschaft abberufen. Er widmete sich fortan der wissenschaftlichen Arbeit. Er veröffentlichte neben einer Reihe von kleineren Schriften auf den Gebieten der Mathematik, Logik und Theologie das Lehrbuch der Religionswissenschaft (vier Bände, Sulzbach 1834) und die Wissenschaftslehre (vier Bände, Sulzbach 1837). Desweiteren bereiteten seine Schüler die Herausgabe seiner Erbauungsreden vor, die unter dem Titel Bolzanos Erbauungsreden an die akademische Jugend (vier Bände, Prag — Wien — Leipzig 1849–1852) erschienen. Bolzano war eine herausragende Persönlichkeit. Noch lange nach seinem Tod setzten viele seiner Schüler sein Werk in der Erziehung und Bildung in den böhmischen Ländern fort.
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