Plzeňské sympozia

Pavel Šopák

Tradition et/versus moderne Gesellschaft: am Beispiel der Architerktur des Deutschritterordens in Nordmähren und Schlesien im 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts

212–226
Der Beitrag weist auf die Problematik der Baukultur des Deutschritterordens in der Zeitspanne vom Ende des 18. Jahrhunderts bis zum ersten Weltkrieg und in die Zwischenkriegszeit übergreifend, so, wie sie sich auf den mährischen und schlesischen Ordensgütern und –besitztümern formte, hin. Er erinnert an die bestimmenden Persönlichkeiten der ordenseigenen Baukultur – die Ordensbaumeister Anton Onderka, Maximilian Wielsch und Ignatz Wiesinger – und an deren Bestreben, eine adäquate stilistische Position zu finden. In ihrem Schaffen, ebenso wie in den Arbeiten anderer bis zum Ende des 19. Jahrhunderts für den Orden tätigen Architekten und Baumeister, tritt in auffallender Weise die Tendenz, mit architektonischen Mitteln die Unterschiede im sozialen Prestige und Funktion der entworfenen Bauten zu verringern, eine Poetik der Ordensarchitektur zu schaffen und gleichzeitig auf Anregungen aus künstlerischen Zentren zu reagieren, in den Vordergrund. Die Baukultur des Ordens ist in ihrer thematischen Breite und in der Fülle der Stilanregungen zu verstehen, um den Beitrag des Ordens im Kontext der Baukultur Nordmährens und Schlesiens würdigen zu können. Ein gesondertes Problem bleibt die Erfassung der Organisation der baulichen Vorhaben des Ordens im Rahmen des Ordensbauamtes auf dem hohen Niveau dessen technischer Bereitschaft und Flexibilität der Reaktion auf moderne Technologien sowie auf den architektonischen Ausdruck so, wie ihn die mitteleuropäische Architektur des Spätbarocks bis hin zur Moderne und Neoklassizismus der beiden Jahrzehnte nach 1910 mit sich brachte. Eine entsprechende Wertschätzung der Ordensbaukultur in ihrer Ganzheitlichkeit, um die sich das vorliegende Referat bemüht, kann als Beitrag zur Aufdeckung der gesamten inneren Atmosphäre des Ordens in seiner Eigenschaft als ökonomisches Subjekt und als geistige –und geistliche – Organisation mit einer breiten Wohltätigkeits- und Bildungsmission verstanden werden. Auch die ordenseigene Baukultur ist ein Mittel, das die Bedeutung des Ordens in der modernen Geschichte Nordmährens und Schlesiens bestätigt.
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